Neues Album

Scripted Reality

Nach der weithin gelobten CD What It Seems To Be ließ sich Lucid für die Veröffentlichung ihres neuen Albums bewusst Zeit. Geschwindigkeit war für die Sängerin, Gitarristin und Pianistin aus Frankfurt noch nie ein Wert an sich. Stattdessen legt sie – heute mehr denn je – viel Sorgfalt in ihre Kompositionen, feilt akribisch an Harmonien und Arrangements, wählt die Worte ihrer oft anspielungsreichen Texte mit Bedacht. Mag diese Haltung auch auf manche wie eine Antithese zum Zeitgeist erscheinen, die Resultate geben ihr Recht. Lucids kluge neue Songs zeigen Charakter, wirken persönlicher als früher, lassen unmittelbarer an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Natürlich mutieren sie dadurch nicht zum „Bekenntnis-Pop“, im Gegenteil. „Mit dem weitgehenden Verzicht auf elektrische Instrumente und klassisches Drum-Set haben wir uns etwas mehr von Rock und Pop entfernt“, findet Lucid. Etiketten werden ohnehin überflüssig, wenn die Musik für sich spricht. Die Melodien der neuen Songs klingen auch nach dem dritten Hören noch interessant und gehen trotzdem ins Ohr. Atmosphärische Arrangements finden mit Trompete, Kontrabass, indischer Tabla und sensibler Perkussion eine eigenständige Ästhetik. Und eine transparente Produktion unterstützt Lucids hintergründige Intensität. 

 

Das Album zum Reinhören